Horst Jäckel
Maler, AEG-Betriebsratsvorsitzender, stellvertretender Vorsitzender des DGB-Berlin, Elektroingenieur
Biografie
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Seine Bilder versteht er als „Geronnene Gedanken“. Immer aus dem Leben gegriffen. Bilder seiner engsten Umgebung. So werfen auch die Themen seiner Arbeiten ein Licht auf sein Leben. Da sind die antifaschistischen und den Vietnamkrieg anklagenden Inhalte aus der Anfangszeit, die seine konsequente politische Haltung demonstrieren; da ist der Sport – Horst wird bis ins hohe Alter leidenschaftlich Rennrad fahren; da ist die AEG und die Welt der Arbeit – die Abwicklung der AEG Brunnenstraße wird ihn als Betriebsratsvorsitzenden, der die Entwicklungen nicht verhindern kann, stark belasten; da ist das Leben der Alten – Menschen denen er in seinem Umfeld begegnet; da ist die Stadt Berlin, der er sein Leben lang die Treue hält. Immer wird dabei der Bezug zum entscheidend prägenden Einfluss der Arbeit und ihrer Bedingungen fokussiert und anschaulich gemacht.
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Werke
Stimmen
„Jäckels Bilder erzählen Geschichten vom arbeitenden Menschen und den Bedingungen, in denen er lebt, mit denen er klarkommen, die er verändern muß.“
Iris Billaudelle, in: Die Wahrheit, 30.10.86
„Jäckel vermittelt dem Betrachter Erkenntnisse über Arbeitswelt und Freizeitverhalten, er macht menschliche, zum Teil tragische Schicksale sichtbar, läßt die Betrachter Anteil nehmen an den Problemen von Menschen, denen man täglich begegnet. Schließlich malt er ‚die Stadt‘, zeigt ihre Schönheit, aber auch ihre Bedrohung durch Umweltzerstörung; und dies alles ohne Originalitätshascherei und Pathos, ohne politische Kommentare und nostalgische Schnörkel. Man kann Horst Jäckel guten Gewissens einen Realisten nennen!“
Harald Budde, in: Welt der Arbeit, 11. Februar 1982
„Menschen in der Stadtlandschaft in Westberlin, das ist das große Hauptthema seiner Bilder. Aber ihn reizt nicht die elegante Welt in Cafés oder in Villen in Zehlendorf, nicht die Halbwelt am Kurfürstendamm oder rechts und links davon, er malt arbeitende Menschen, Rentner und Kinder in ihrer Umgebung in Wedding oder in Kreuzberg.“
Manfred Nillius, in: Die Wahrheit, 13./14. Februar 1982
„Seine Bilder entstehen über langes Nachdenken: zuerst sind es Schicksale, lange Leben, danach folgen Formen und Farben in der riesigen Fabrikstadt. Sie berühren ihn und bringen klare Bildinhalte, oft mit sparsamem Kolorit. In Westberlin hat er vom Leben lernen müssen – das Leben ist hier größer als die Kunst. Nur wer beides richtig zusammenbringt, kommt dem Schöpferischen näher, ganz gleich in welcher Disziplin. (…) Was fühlt ein Arbeiter vor der roten Steinfassade des Betriebes? Wir sehen das sofort, Horst Jäckels Abbild lebt verdichtet in sachlicher Situation. Das nennen wir realistisch in Berlin.“
Oskar Wehling, in: Faltblatt zur Ausstellung „Bilder zwischen Wohnung und Arbeitsplatz“, 1982
„Kritik an der Arbeit wirkt auf den Maler wieder zurück, und so kommt zwischen Menschen etwas in Gang, was sie näher zueinander bringt und beide befähigt, die Dinge, von denen sie beeinflusst werden, besser zu verstehen. Jäckel malte keine großen Farbkleckse, vor denen jeder steht und sich fragt, was denn das nun wieder eigentlich sein soll. Seine Bilder sind Bilder von Menschen und Gegenständen und sie bringen Gedanken zum Ausdruck, die er sich darüber gemacht hat."
freies wort, 3/82
Ausstellungen
Titelbild 1: Haus in der Linienstraße (Nr. 158), Öl auf Leinwand, 40 x 31 cm, 1998 (Ausschnitt des Gemäldes von Horst Jäckel)
Titelbild 2: Horst Jäckel (links) und Uli Prawitz (rechts) malen im Malkeller Freitagabend in der Fürbringerstr. 20A in Berlin-Kreuzberg, 1960 (Foto: Bertram, Berliner Morgenpost, 27.11.1960, Ausschnitt)
Titelbild 3: Schaufensterausstellung von Horst Jäckel in der Änderungsschneiderei, Präsidentenstr. 28, Bergkamen zum 4. Bergkamener Bilderbasar, Land-schaft, 1978 (Foto: Archiv Horst Jäckel, Ausschnitt)